In Zeiten niedriger Kapitalmarktzinsen suchen viele nach renditeträchtigeren, aber zugleich sicheren oder wertstabilen Geldanlagen. Dabei rücken Münzen auch für Laien schnell in den Fokus, weil sie zuletzt vielerorts in Anzeigen oder Berichten als attraktive Anlageoption angepriesen wurden. Aber lohnt sich das Investment in Münzen wirklich? Und was müssen Sie bei Münzen zur Kapitalanlage beachten?

Münzsammeln für Anleger

Anders als eingefleischte Münzsammler bringen Anleger in der Regel keine Erfahrung oder Kenntnisse in diesem Bereich mit. Eine Geldanlage in Münzen kann mit Sammlermünzen oder Anlagemünzen erfolgen. Bei den Sammlermünzen – historische Münzen, Gedenk- oder Sondermünzen und seltene Kursmünzen – gehen unerfahrene Anleger allerdings einige Risiken ein. Sie können den Sammlerwert und damit den Angebotspreis nicht fundiert beurteilen. Bei der Beurteilung der Münzqualität fehlt ihnen die Erfahrung und zuletzt investieren sie dann in einen Markt, dessen zukünftige Entwicklung nur schwer prognostizierbar ist. Wie bei Kunstgegenständen oder dem Kunstmarkt ist auch der Markt für Sammlermünzen schwankend und trendabhängig. Selbst Experten fällt es schwer, Entwicklungen verlässlich vorherzusagen. Hinter Wertstabilität oder sogar Wertzuwachs und damit Rendite stehen damit einige Fragezeichen.

Anlagemünzen

Etwas leichter wird es mit Anlagemünzen. Sie werden regelmäßig in großen Stückzahlen aufgelegt und gewinnen Wert oder Wertentwicklung aus den Edelmetallen, mit denen sie hergestellt werden. Bei solchen Anlage- oder Bullionmünzen gibt es immer wieder Fehlprägungen oder seltene Münzen durch kleine Auflagen, aber diese Sonderfälle sind Ausnahmen und gehören eher in den Bereich der Sammlermünzen. Die Entscheidung für die meisten Anlagemünzen muss von der Überzeugung über eine positive Entwicklung des jeweiligen Edelmetalls getragen werden – beispielsweise im Glauben an eine positive Goldpreis-Entwicklung. Wenn Sie den Goldpreis über die letzten Jahre verfolgt haben, kennen Sie aber auch dessen Schwankungen oder wissen, dass er sich Ende 2019 schon fast wieder Richtung Allzeit-Hoch bewegt hat. Weitere Wertsteigerungen sind selbst auf diesem Niveau immer möglich, erfordern aber auch entsprechende komplexe Marktentwicklungen und Wirtschaftsszenarien. An diese müssen Sie glauben, sollten aber trotzdem nur einen kleineren Teil Ihres Kapitals oder Vermögens dafür einsetzen. Anlagen in Edelmetallen oder Anlagemünzen aus Edelmetallen bleiben idealerweise im Rahmen eines zehn- bis höchstens zwanzigprozentigen Anteils vom Gesamtvermögen, um das Verlustrisiko einzugrenzen.

Kapitalanlage in Münzen, Kosten und Steuern

Für Anfang 2020 ist eine neue niedrige Bargeldgrenze von nur noch 2.000 Euro für den Ankauf von Edelmetallen oder Anlagemünzen beschlossen. Damit soll Geldwäsche oder Terrorfinanzierung bekämpft werden. Wer mit Bargeld oder Geld vom Konto in kleineren Summen Münzen kauft, muss hohe Transaktionsgebühren zahlen, die eine mögliche spätere Rendite schmälern. Die Transaktionsgebühren relativieren sich erst bei größeren Anlagesummen. Anschließend muss über eine sichere Aufbewahrung nachgedacht werden. Ein Bankschließfach kostet weiteres Geld und zu Hause besteht das Risiko eines Einbruchs. Eine Hausratversicherung deckt zwar das Risiko eines Einbruchdiebstahls ab, Anlagemünzen sind in Standardtarifen allerdings nur selten versichert und selbst in teuren Premium-Tarifen sind die Versicherungssummen vergleichsweise gering. Eigens ausgehandelte höhere Versicherungssummen treiben die Prämie in die Höhe oder die Versicherung verlangt sogar den Einbau von Tresor oder Alarmanlage – solche Kosten müssen ebenfalls einkalkuliert werden. Dafür bleiben Sie aber – Stand Ende 2019 – in den meisten Fällen zumindest vom Finanzamt verschont. Nur wenn Sie Anlagemünzen innerhalb einer einjährigen Haltefrist schnell wieder verkaufen, fällt Einkommenssteuer zum persönlichen Steueraufsatz auf Gewinne an, wobei eine Freigrenze von 600 Euro gilt.

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